Dämmen lohnt sich – für Klima, Komfort und Kosten

Beim Energy-Talk am Campus drehte sich alles um die Praxis und das Potenzial moderner Wärmedämmung

Am 5. November lud der Campus zum Energy-Talk mit dem Thema „Dämmung – Praxis und Potenzial“ ein. Nach der Begrüßung durch Campusleiter Prof. Dr.-Ing. Haresh Vaidya übernahm Regina Weger, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Energieberaterin am Campus, das Wort. Sie ist unter anderem für das DATIpilot-Projekt HoTMuS vom BMFTR zuständig. In ihrem Impulsvortrag beleuchtete sie die Bedeutung der energetischen Dämmung im Gebäudebestand – ein Thema, das angesichts steigender Energiepreise und ambitionierter Klimaziele aktueller denn je ist.

Ein Großteil der Wohnhäuser in Deutschland stammt aus der Nachkriegszeit. Diese Gebäude entsprechen häufig nicht mehr den heutigen energetischen Standards, wodurch ein enormes Einsparpotenzial besteht. „Ein Haus aus den 1960er-Jahren kann durch eine fachgerechte Dämmung von Dach und Wänden bis zu 30 bis 50 Prozent an Heizkosten einsparen“, erklärte die Referentin. Dabei gehe es nicht nur um Wärmeschutz im Winter – auch im Sommer helfe Dämmung, die Kühle im Haus zu halten und ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Zudem werde Schimmelbildung verhindert und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Im Vortrag wurden typische Schwachstellen aufgezeigt, die sich mit Thermografieaufnahmen leicht identifizieren lassen. Anschließend stellte die wissenschaftliche Mitarbeiterin verschiedene Dämmmaterialien und deren Eigenschaften vor – von klassischen Dämmstoffen bis hin zu ökologischen Alternativen. Auch die Frage, welches Material für welche Gebäudeteile geeignet ist, wurde praxisnah erläutert: Dämmung von außen oder innen, Dach- und Deckendämmung, Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) und hinterlüfteter Fassade oder die Dämmung der Kellerdecke für mehr Wohnkomfort.

Besonders wichtig sei es, eine Dämmmaßnahme sorgfältig zu planen und sich frühzeitig fachlich beraten zu lassen. Verwiesen wurde zudem auf Internetseiten, die einen guten Überblick über Dämmmaterialien und Fördermöglichkeiten bieten. Neben der Dämmung selbst seien auch ein richtiges Lüftungsverhalten, der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage und ein aktueller Energieausweis entscheidende Bausteine eines energieeffizienten Hauses. Die Faustregel laute dabei: „Erst dämmen, dann Heizung tauschen“.

Auch ökologische Aspekte wurden beleuchtet: Eine gute Dämmung schont nicht nur den Geldbeutel, sondern verbessert auch die Ökobilanz, erhöht den Wohnkomfort und trägt zum Werterhalt der Immobilie bei. In der Praxis bedeutet das: den Bestand aufnehmen, Maßnahmen schrittweise umsetzen, Förderungen nutzen und alle Arbeiten fachgerecht ausführen.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die zahlreichen Teilnehmenden – sowohl vor Ort als auch online – die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Diskutiert wurden unter anderem die Kosten pro Quadratmeter, mögliche Ausführungen sowie die Bedeutung einer kontrollierten Wohnraumbelüftung.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie groß das Potenzial energetischer Sanierungen ist – sowohl für den Klimaschutz als auch für das persönliche Wohlbefinden.